albimglaesle.de

TCM Hauptgerichte: Einfache Rezepte für mehr Energie & Wohlbefinden

Holger Betz.

16. Dezember 2025

TCM Hauptgerichte: Einfache Rezepte für mehr Energie & Wohlbefinden

Inhaltsverzeichnis

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet einen wunderbaren Weg, unser Wohlbefinden durch bewusste Ernährung zu stärken. In diesem Artikel tauchen wir gemeinsam in die Welt der TCM-Hauptgerichte ein, die nicht nur köstlich sind, sondern auch Ihre Verdauung stärken und Ihr allgemeines Wohlbefinden nachhaltig verbessern können. Entdecken Sie praktische Rezepte und wertvolle Tipps, um die Prinzipien der TCM einfach in Ihren Alltag zu integrieren.

Stärken Sie Ihre Mitte und Energie: Praktische TCM-Hauptgerichte für den Alltag

  • Die TCM-Ernährung basiert auf der 5-Elemente-Lehre, die Lebensmitteln thermische Eigenschaften und Geschmacksrichtungen zuordnet.
  • Warme, gekochte Hauptgerichte sind zentral, da sie die "Mitte" (Verdauungssystem) stärken und als leichter verdaulich gelten.
  • Regionale und saisonale Zutaten aus Deutschland können hervorragend in die TCM-Küche integriert werden, um die Prinzipien alltagstauglich umzusetzen.
  • Ein Fokus liegt auf der ausgewogenen Kombination von Getreide, Gemüse, Kräutern und Gewürzen, um alle fünf Geschmacksrichtungen abzudecken.
  • Ziel ist es, durch die Ernährung die Lebensenergie Qi zu stärken, den Körper in Harmonie zu bringen und spezifische gesundheitliche Ziele zu unterstützen.

Warme Mitte, starke Energie: Warum TCM-Hauptgerichte so wichtig sind

Die Beliebtheit der TCM-Ernährung wächst auch in Deutschland stetig, und das aus gutem Grund. Immer mehr Menschen erkennen, dass unser Essen weit mehr ist als nur Kalorienzufuhr es ist Energie und Information für unseren Körper. Im Zentrum der TCM steht die sogenannte "Mitte", unser Verdauungssystem, das nach Ansicht der TCM durch Milz und Magen repräsentiert wird. Eine starke Mitte ist der Schlüssel zu Vitalität, einem robusten Immunsystem und emotionaler Ausgeglichenheit. Deshalb lege ich in meiner Praxis immer wieder den Fokus auf warme, gekochte Mahlzeiten. Sie gelten als leichter verdaulich, schonen unsere Verdauungsenergie und helfen, das kostbare Qi, unsere Lebensenergie, aufzubauen und zu erhalten. Im Gegensatz dazu erfordert Rohkost viel Energie vom Körper, um sie aufzuspalten und zu verwerten, was die Mitte auf Dauer schwächen kann.

Mehr als nur warm: Das Geheimnis der thermischen Wirkung von Lebensmitteln

In der TCM geht es nicht nur darum, ob ein Gericht warm aus dem Topf kommt, sondern auch um die thermische Wirkung der einzelnen Lebensmittel auf unseren Körper. Diese Wirkung kann kalt, kühl, neutral, warm oder heiß sein und beeinflusst, wie unser Körper auf die Nahrung reagiert. Ein kühles Lebensmittel wie Gurke kann beispielsweise bei Hitzegefühlen im Körper lindernd wirken, während wärmende Gewürze wie Ingwer uns in der kalten Jahreszeit von innen wärmen. Indem wir diese Eigenschaften bewusst einsetzen, können wir unseren Körper in Harmonie bringen und Ungleichgewichte ausgleichen. Es ist faszinierend zu sehen, wie ein einfaches Gericht durch die richtige Auswahl der Zutaten eine ganz andere Wirkung entfalten kann.

  • Kalt/Kühl: Gurke, Tomate, Wassermelone, Minze, Joghurt
  • Neutral: Reis, Karotten, Kartoffeln, Hühnerfleisch, Linsen
  • Warm/Heiß: Ingwer, Zimt, Chili, Lammfleisch, Fenchel

Saisonal und regional: TCM-Prinzipien mit heimischen Zutaten einfach umsetzen

Oft werde ich gefragt, ob man für die TCM-Küche exotische Zutaten benötigt. Meine Antwort ist immer: Nein! Die Prinzipien der TCM lassen sich hervorragend mit regionalen und saisonalen deutschen Zutaten umsetzen. Das macht die Ernährung nicht nur zugänglicher, sondern auch nachhaltiger. Denken Sie an die Fülle, die uns die Natur hier bietet: Ein herbstlicher Kürbis, eine erdende Pastinake oder ein kräftiger Grünkohl im Winter all diese Lebensmittel lassen sich wunderbar in die 5-Elemente-Lehre integrieren. So können wir die Weisheit der TCM nutzen und gleichzeitig unsere heimischen Produzenten unterstützen und die Umwelt schonen. Es ist eine Win-Win-Situation für Körper und Geist.

  • Kürbis: Erde-Element, süß, nährend, stärkt die Mitte.
  • Pastinake: Erde-Element, süß, wärmend, gut für die Verdauung.
  • Grünkohl: Holz-Element, leicht bitter, entgiftend, stärkt die Leber.
  • Hirse: Erde-Element, süß, neutral, stärkt die Mitte und das Qi.
  • Apfel: Holz-Element, sauer, kühlend, fördert den Qi-Fluss.

Die Harmonie der 5 Elemente: So gestalten Sie Ihre Mahlzeiten

Die 5-Elemente-Lehre ist das Herzstück der TCM-Ernährung und bietet einen wunderbaren Rahmen, um unsere Mahlzeiten ausgewogen und harmonisch zu gestalten. Jedes Element Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser ist mit bestimmten Organen, Jahreszeiten, Emotionen und eben auch Geschmacksrichtungen verbunden. Indem wir alle fünf Geschmacksrichtungen in unsere Gerichte integrieren, stellen wir sicher, dass alle Organfunktionskreise genährt und harmonisiert werden. Es geht darum, eine Vielfalt zu schaffen, die den Körper ganzheitlich versorgt.

Holz (sauer): Wie ein Spritzer Zitrone Ihre Leberenergie in Fluss bringt

Das Element Holz steht für Wachstum, Bewegung und den Frühling. Die saure Geschmacksrichtung ist diesem Element zugeordnet und wirkt besonders auf die Leber und Gallenblase. Ein Spritzer Zitrone, ein Schuss Essig oder fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut können die Leberenergie anregen, den Fluss des Qi fördern und bei der Entgiftung unterstützen. Ich empfehle oft, ein Glas warmes Wasser mit Zitrone am Morgen zu trinken, um den Tag mit einem sanften Leber-Kick zu beginnen. Es hilft, Stagnationen zu lösen und macht uns bereit für neue Herausforderungen.

Feuer (bitter): Warum bittere Salate und Kräuter Ihr Herz stärken

Das Element Feuer repräsentiert den Sommer, Freude und das Herz. Die bittere Geschmacksrichtung wirkt kühlend und entfeuchtend und hat eine besondere Affinität zum Herzen und Dünndarm. Bittere Lebensmittel wie Rucola, Chicorée, Artischocke oder bestimmte Kräuter können helfen, innere Hitze zu reduzieren und den Kreislauf zu stärken. Ich persönlich schätze die belebende Wirkung eines bitteren Salats vor dem Hauptgang, da er nicht nur den Appetit anregt, sondern auch die Verdauung vorbereitet und das Herz entlasten kann.

Erde (süß): Die nährende Kraft von Kürbis, Karotten und Hirse für Ihre Mitte

Die Erde ist unser Zentrum, unsere "Mitte", die für Stabilität, Nährung und den Spätsommer steht. Die süße Geschmacksrichtung hier ist die natürliche, milde Süße von Gemüse und Getreide gemeint, nicht raffinierter Zucker nährt die Milz und den Magen. Lebensmittel wie Kürbis, Karotten, Hirse oder Süßkartoffeln sind wahre Kraftpakete, die das Qi aufbauen, Energie spenden und die Verdauung stärken. Sie sind die Basis vieler meiner Hauptgerichte, da sie eine tiefe Sättigung und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln, das unsere Mitte so dringend braucht.

Metall (scharf): Wie Ingwer und Lauch Ihr Immunsystem für Herbst und Winter wappnen

Das Element Metall ist dem Herbst zugeordnet und steht für Struktur, Abgrenzung und die Lunge. Die scharfe Geschmacksrichtung wirkt wärmend, schweißtreibend und hilft, die Oberfläche des Körpers zu öffnen. Ingwer, Lauch, Rettich oder eine Prise Chili sind hervorragende Verbündete, um das Immunsystem zu stärken und Kälte und Pathogene abzuwehren, besonders in den kälteren Jahreszeiten. Ich nutze scharfe Gewürze gerne, um meine Gerichte nicht nur geschmacklich zu bereichern, sondern auch, um meinem Körper einen kleinen "Schutzschild" gegen äußere Einflüsse zu geben.

Wasser (salzig): Die Bedeutung von Hülsenfrüchten und Meeresalgen für Ihre Nieren-Energie

Das Element Wasser ist dem Winter zugeordnet und steht für Tiefe, Weisheit und die Nieren. Die salzige Geschmacksrichtung (natürliche Salze, nicht übermäßiges Speisesalz) wirkt auf die Nieren und Blase. Hülsenfrüchte, Meeresalgen oder Fisch sind Lebensmittel, die die Nierenenergie stärken, die Speicherung von Essenz (Jing) unterstützen und zur Knochengesundheit beitragen können. Die Nieren sind unsere Batterie, und es ist entscheidend, sie gut zu pflegen. Eine kräftige Bohnensuppe oder ein Gericht mit Meeresalgen kann hier wahre Wunder wirken, um unsere innere Kraft zu bewahren.

Ihre Wochenplanung: Energiegeladene TCM-Hauptgerichte zum Nachkochen

Nun wird es praktisch! Ich habe vier meiner Lieblingsrezepte für Sie zusammengestellt, die nicht nur einfach zuzubereiten sind, sondern auch die Prinzipien der 5 Elemente und der thermischen Wirkung wunderbar berücksichtigen. Lassen Sie sich inspirieren und bringen Sie mehr Harmonie auf Ihren Teller!

Das wärmende Gold: Cremiges Hirse-Risotto mit Wurzelgemüse zur Stärkung der Mitte

Dieses Risotto ist ein wahrer Schatz für Ihre Mitte. Hirse ist ein leicht verdauliches Getreide, das die Milz stärkt und das Qi aufbaut. Das Wurzelgemüse bringt eine erdende, nährende und wärmende Komponente ins Spiel, perfekt für kühlere Tage.

Zutaten:

  • 1 Tasse Hirse
  • 3 Tassen Gemüsebrühe (warm)
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Karotten, gewürfelt
  • 1 Pastinake, gewürfelt
  • 1/2 Sellerieknolle, gewürfelt
  • 1 Stück Ingwer (ca. 2 cm), gerieben
  • Salz, Pfeffer
  • Frische Petersilie, gehackt
  • Optional: etwas Sahne oder pflanzliche Alternative für mehr Cremigkeit

Zubereitung:

  1. Hirse unter fließendem Wasser gründlich waschen, bis das Wasser klar ist.
  2. Ghee oder Kokosöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten.
  3. Wurzelgemüse und Ingwer hinzufügen und kurz mitdünsten.
  4. Hirse dazugeben und unter Rühren ca. 2 Minuten mitbraten.
  5. Mit einem Drittel der warmen Gemüsebrühe ablöschen und unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast vollständig aufgenommen ist.
  6. Nach und nach die restliche Brühe hinzufügen, immer wieder umrühren, bis die Hirse gar und cremig ist (ca. 20-25 Minuten).
  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, optional Sahne unterrühren.
  8. Mit frischer Petersilie bestreut servieren.

Feuriger Linseneintopf: Ein Rezept, das von innen wärmt und die Verdauung anregt

Dieser Linseneintopf ist ein wunderbarer Wärmespender und Verdauungshelfer. Linsen sind nährend und die wärmenden Gewürze kurbeln das Verdauungsfeuer an, ideal, um Kälte zu vertreiben und das Qi in Bewegung zu bringen.

Zutaten:

  • 1 Tasse rote Linsen
  • 1 EL Ghee oder Pflanzenöl
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Stück Ingwer (ca. 3 cm), gerieben
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
  • 1/2 TL Koriander (gemahlen)
  • 1 Prise Chili (optional)
  • 4 Tassen Gemüsebrühe
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400g)
  • 1 Karotte, gewürfelt
  • 1 Stange Sellerie, gewürfelt
  • Salz, Pfeffer
  • Frischer Koriander oder Petersilie zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Linsen gründlich waschen.
  2. Ghee oder Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin andünsten, bis die Zwiebel glasig ist.
  3. Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und Chili hinzufügen und kurz mitrösten, bis sie duften.
  4. Linsen, Gemüsebrühe, gehackte Tomaten, Karotte und Sellerie dazugeben. Alles aufkochen lassen.
  5. Hitze reduzieren und den Eintopf zugedeckt ca. 20-25 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind und das Gemüse gar ist. Gelegentlich umrühren.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Vor dem Servieren mit frischem Koriander oder Petersilie bestreuen.

Harmonische Hähnchen-Gemüse-Pfanne: Ein ausgewogenes Gericht für alle fünf Elemente

Diese Pfanne ist ein Paradebeispiel dafür, wie man alle fünf Elemente in einem Gericht vereint. Die Vielfalt an Gemüse, das neutrale Hähnchen und die ausgewählten Gewürze schaffen eine maximale Ausgewogenheit und versorgen den Körper ganzheitlich.

Zutaten:

  • 200g Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 Zwiebel, in Spalten geschnitten
  • 1 rote Paprika, in Streifen geschnitten
  • 1 grüne Zucchini, in Scheiben geschnitten
  • 1 Handvoll Champignons, geviertelt
  • 1 Handvoll Brokkoliröschen
  • 1 EL Sojasauce (oder Tamari für glutenfrei)
  • 1 TL Reisessig
  • 1 Prise Zucker oder Ahornsirup
  • 1 Stück Ingwer (ca. 1 cm), fein gerieben
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • Optional: Sesam zum Bestreuen
  • Dazu: Reis oder Hirse

Zubereitung:

  1. Hähnchenbruststreifen in einer großen Pfanne mit Öl scharf anbraten, bis sie goldbraun sind. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
  2. Zwiebel, Paprika, Zucchini, Champignons und Brokkoli in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ca. 5-7 Minuten braten, bis das Gemüse bissfest ist.
  3. Ingwer und Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten, bis es duftet.
  4. Hähnchen wieder in die Pfanne geben.
  5. Sojasauce, Reisessig und Zucker/Ahornsirup verrühren und über das Gericht gießen. Alles gut vermischen und kurz köcheln lassen.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Auf Reis oder Hirse anrichten und optional mit Sesam bestreuen.

Erdendes Kitchari: Das klassische Ayurveda-Gericht aus der TCM-Perspektive für einen Reset

Obwohl Kitchari ein klassisches Ayurveda-Gericht ist, passt es hervorragend in die TCM-Philosophie. Es ist erdend, nährend und reinigend, stärkt die Mitte, ist extrem leicht verdaulich und entlastet den gesamten Verdauungstrakt perfekt für einen "Reset" oder Tage, an denen man sich leicht und genährt fühlen möchte.

Zutaten:

  • 1/2 Tasse Basmatireis
  • 1/4 Tasse gelbe Mungbohnen (geschält und halbiert)
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1/2 TL Kurkumapulver
  • 1/2 TL Ingwerpulver (oder 1 cm frischer Ingwer, gerieben)
  • 1 Prise Asafoetida (optional, hilft bei Blähungen)
  • 4 Tassen Wasser oder Gemüsebrühe
  • Salz nach Geschmack
  • Optional: etwas frisches Gemüse (z.B. Spinat, Karotten)

Zubereitung:

  1. Reis und Mungbohnen gründlich waschen, bis das Wasser klar ist. Mungbohnen idealerweise 1-2 Stunden einweichen, dann abgießen.
  2. Ghee oder Öl in einem Topf erhitzen. Kreuzkümmelsamen darin anrösten, bis sie duften.
  3. Kurkuma, Ingwerpulver und Asafoetida hinzufügen und kurz mitrösten.
  4. Reis und Mungbohnen dazugeben und kurz mitbraten.
  5. Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen und zum Kochen bringen.
  6. Hitze reduzieren, salzen und zugedeckt ca. 25-30 Minuten köcheln lassen, bis Reis und Mungbohnen weich sind und das Kitchari eine breiige Konsistenz hat. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Wasser nachgießen.
  7. Optional: In den letzten 5-10 Minuten frisches Gemüse hinzufügen und mitgaren.
  8. Heiß servieren.

Wohlbefinden nach Maß: TCM-Rezepte für Ihre individuellen Bedürfnisse

Die wahre Kunst der TCM-Ernährung liegt darin, sie an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Jeder Mensch ist einzigartig, und so sollte auch unsere Ernährung sein. Hier sind einige allgemeine Prinzipien und Zutaten, die ich für spezifische Anliegen empfehle.

Schluss mit dem Mittagstief: Hauptgerichte, die Qi aufbauen und Energie spenden

Kennen Sie das Mittagstief? Nach dem Essen fällt die Energie ab, man fühlt sich müde und unkonzentriert. Das liegt oft an zu schweren oder zu kalten Mahlzeiten, die die Verdauung überfordern. Um das Qi aufzubauen und konstante Energie zu spenden, empfehle ich leicht verdauliche, warme und nährende Gerichte, die die Mitte stärken und nicht belasten. So bleibt der Blutzuckerspiegel stabil und die Energie fließt gleichmäßig.

  • Congee (Reisbrei): Extrem leicht verdaulich, nährend und energiespendend.
  • Hirsegerichte: Stärken die Milz und bauen Qi auf, ohne zu belasten.
  • Schonend gegartes Gemüse mit Getreide: Liefert komplexe Kohlenhydrate und Vitalstoffe.
  • Süßkartoffeln und Kürbis: Natürliche Süße, nähren die Mitte und geben nachhaltig Energie.

Ein starkes Immunsystem aus dem Kochtopf: Rezepte zur Abwehr von Erkältungen

Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein starkes Immunsystem Gold wert. Die TCM bietet hier viele Möglichkeiten, unseren Körper von innen heraus zu wappnen. Wärmende und scharfe Zutaten helfen, die Oberfläche zu stärken und Pathogene abzuwehren, während nährende Suppen die Lebensenergie aufbauen.

  • Ingwer und Lauch: Wärmen von innen, öffnen die Poren und helfen, Kälte auszuleiten.
  • Knoblauch: Scharf und warm, mit antibakteriellen Eigenschaften.
  • Hühnerkraftsuppe: Eine klassische Stärkung für das Qi und die Abwehrkräfte.
  • Rettich und Meerrettich: Scharf, helfen, Schleim zu lösen und die Lungenfunktion zu unterstützen.

Für einen ruhigen Bauch: Leicht verdauliche Gerichte zur Beruhigung des Magens

Ein unruhiger Magen kann viele Ursachen haben. Oft ist es eine Überforderung des Verdauungssystems durch zu viel Rohkost, Kälte oder schwer verdauliche Speisen. Für einen ruhigen Bauch sind schonend gegarte, neutrale und leicht verdauliche Gerichte ideal, die den Magen entlasten und die Verdauung sanft unterstützen.

  • Schonend gegartes, neutrales Gemüse: Gedämpft oder leicht gekocht, z.B. Karotten, Zucchini, Kürbis.
  • Klare Suppen und Brühen: Nährend und leicht verdaulich, besonders bei Magenbeschwerden.
  • Reisbrei (Congee) oder Hirsebrei: Schont den Magen und liefert sanfte Energie.
  • Gekochter Reis: Die Basis vieler magenschonender Gerichte.

TCM-Küche meistern: Häufige Fehler vermeiden

Auf dem Weg zu einer TCM-gerechten Ernährung begegnen mir in meiner Praxis immer wieder ähnliche Fragen und Missverständnisse. Hier möchte ich Ihnen helfen, einige häufige Fehler zu vermeiden, damit Sie die Vorteile der TCM-Küche optimal nutzen können.

Die Rohkost-Falle: Warum zu viel Salat Ihre "Mitte" schwächen kann

Rohkost gilt oft als gesund und vitalisierend. Und das stimmt auch bis zu einem gewissen Grad. Aus TCM-Sicht ist Rohkost jedoch "kalt" und erfordert viel Verdauungsenergie, um sie aufzuspalten und zu erwärmen. Besonders in den kälteren Jahreszeiten oder wenn Ihre Verdauung bereits schwach ist, kann zu viel Salat oder rohes Obst die "Mitte" schwächen und zu Symptomen wie Blähungen, Völlegefühl oder Müdigkeit führen. Ich empfehle, Rohkost in Maßen zu genießen, idealerweise mittags, wenn unser Verdauungsfeuer am stärksten ist, und sie immer mit etwas Wärmendem zu kombinieren, wie zum Beispiel gerösteten Samen oder einem warmen Dressing.

Das Joghurt-Dilemma: Wie Milchprodukte aus Sicht der TCM wirken

Milchprodukte, insbesondere Joghurt, sind in unserer westlichen Ernährung sehr präsent. Aus TCM-Sicht gelten sie jedoch oft als kühlend und schleimbildend. Das bedeutet, sie können die Verdauung verlangsamen und zur Bildung von Feuchtigkeit im Körper beitragen, was sich in Müdigkeit, Völlegefühl oder auch in einer erhöhten Anfälligkeit für Erkältungen äußern kann. Wenn Sie Milchprodukte nicht ganz meiden möchten, empfehle ich, sie in Maßen zu konsumieren, idealerweise nicht täglich und nicht in Kombination mit zu vielen anderen kalten Lebensmitteln. Warme Milchprodukte, wie ein warmer Milchreis, sind aus TCM-Sicht bekömmlicher. Pflanzliche Alternativen wie Hafer- oder Reismilch sind oft eine gute Option, da sie weniger schleimbildend wirken.

Lesen Sie auch: Leichte Sommer-Hauptgerichte: Blitzschnelle Rezepte für heiße Tage

Perfekt gewürzt: So setzen Sie Kräuter und Gewürze therapeutisch ein, ohne zu übertreiben

Kräuter und Gewürze sind die Seele der TCM-Küche. Sie verleihen unseren Gerichten nicht nur Geschmack, sondern haben auch spezifische energetische Wirkungen, die wir therapeutisch nutzen können. Ingwer wärmt, Kurkuma bewegt das Qi, Koriander wirkt kühlend. Doch wie bei allem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Eine Überdosierung kann den Körper überfordern oder Ungleichgewichte verstärken. Mein Tipp ist, mit kleinen Mengen zu beginnen und auf die Reaktionen Ihres Körpers zu achten. Experimentieren Sie und finden Sie heraus, welche Gewürze Ihnen guttun und Ihre Gerichte perfekt abrunden.

  • Verstehen Sie die thermische Wirkung: Wissen Sie, ob ein Gewürz wärmt (Ingwer, Zimt) oder kühlt (Minze, Koriander).
  • Starten Sie sanft: Beginnen Sie mit kleinen Mengen und steigern Sie diese bei Bedarf.
  • Beachten Sie Ihre Konstitution: Bei innerer Hitze meiden Sie zu viele scharfe Gewürze; bei Kälte setzen Sie auf Wärmendes.
  • Frische ist Trumpf: Frische Kräuter und Gewürze haben eine stärkere Wirkung als getrocknete.
  • Ausgewogenheit: Versuchen Sie, verschiedene Geschmacksrichtungen und Wirkungen in einem Gericht zu kombinieren.

Häufig gestellte Fragen

Warme, gekochte Hauptgerichte schonen die "Mitte" (Verdauungssystem), da sie leichter verdaulich sind und weniger Energie vom Körper zur Verarbeitung benötigen. Sie stärken das Qi, unsere Lebensenergie, und fördern das allgemeine Wohlbefinden.

Ja, absolut! Die TCM-Prinzipien lassen sich hervorragend mit heimischen, saisonalen Zutaten wie Kürbis, Pastinaken oder Hirse umsetzen. Es geht darum, ihre thermische Wirkung und Geschmacksrichtung den 5 Elementen zuzuordnen.

Versuchen Sie, alle fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf, salzig) in einem Gericht zu vereinen. Das nährt alle Organfunktionskreise und sorgt für eine ausgewogene Mahlzeit, die den Körper ganzheitlich versorgt.

Milchprodukte wie Joghurt gelten in der TCM oft als kühlend und schleimbildend, was die Verdauung belasten kann. Sie sollten in Maßen konsumiert werden. Pflanzliche Alternativen sind oft bekömmlicher.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0
rating-outline
rating-outline
rating-outline
rating-outline
rating-outline

Tags

tcm rezepte hauptgerichte
/
tcm hauptgerichte
Autor Holger Betz
Holger Betz
Ich bin Holger Betz und beschäftige mich seit über zehn Jahren intensiv mit Kulinarik. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Trends und Entwicklungen in der Gastronomie analysiert und dokumentiert. Mein Fokus liegt auf der Erforschung regionaler Küchen sowie der Verbindung von Tradition und Innovation in der Lebensmittelbranche. Ich strebe danach, komplexe gastronomische Themen verständlich zu machen und objektive Analysen zu liefern, die auf fundierten Recherchen basieren. Mein Ziel ist es, meinen Lesern stets aktuelle und verlässliche Informationen zu bieten, damit sie die vielfältigen Facetten der Kulinarik entdecken und genießen können.

Kommentar schreiben